Pandemie-Entwicklungen, Forschung und Studien

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Die Entwicklung des Coronavirus ist ähnlich wie eine Grippe (gesundheitsforschung-bmbf, 2011)

Das aktuelle und neuartige Coronavirus tauchte erstmals in China auf. Coronaviren gibt es also bereits seit Jahrzehnten. Dabei sind Coronaviren eigentlich harmlose Erreger, die insbesondere bei Fledermäusen ohne Symptome vorkommen und beim Menschen Erkältungen auslösen.

Covid-19, so der korrekte Name des neuartigen Coronavirus, ist mit dem SARS-Erreger, der 2002 und 2003 eine Pandemie auslöste, eng verwandt. Weltweit erkrankten damals rund 8.000 Menschen an dem SARS-Erreger, wovon etwa jeder zehnte Patient starb. Die WHO sprach damals von einer Pandemie. In Deutschland waren neun Menschen mit dem Sars-Erreger infiziert, gestorben ist aber keiner.

Mehrere Jahre nach der SARS-Epidemie wurde klar, dass die Bedeutung von Coronaviren unterschätzt wurde. „Neuere Untersuchungen deuten an, dass gerade Coronaviren - im Gegensatz zu vielen anderen Zoonose-Erregern wie Tollwut, Ebola- oder Lassaviren - nach einem Wirtswechsel ein ganz besonders hohes Potenzial haben, sich epidemisch auszubreiten“, erklärt Prof. Dr. Christian Drosten (Leiter der Virologie an der Berliner Charité).

Bei Covid-19 sind besonders die Atemwege betroffen. Dabei wird das Protein (ACE2) abgebaut, welches unsere Lunge vor Schäden schützen soll.

Vergangene Pandemien und deren Entwicklung (tagesschau, 17.03.2020)

Was die Zivilisation aus vergangenen Epidemien gelernt hat, kann man folgenden Beispielen entnehmen:

 

 

Anfang des 20. Jahrhunderts brach in den Vereinigten Staaten von Amerika die spanische Grippe aus. Dabei gab es zwei Bundesstatten, die besonders stark von der Grippe betroffen waren. In Philadelphia fand im Jahr 1918 eine Militärparade statt, obwohl die Grippe bereits bekannt war. Von 200.000 Teilnehmern starben darauffolgend in einer Woche ca. 5.000 Menschen, die Krankenhäuser waren überfüllt.

In St. Louis im US-Bundesstatt Missouri, wurden bereits nach Bekanntgabe der Grippe die Schulen, Kindergärten und Kirchen geschlossen und Menschenansammlungen verboten. Die Infektionsrate wurde dadurch deutlich verlangsamt und die Todeszahl wurde im Verhältnis zur Einwohnerzahl um die Hälfte reduziert. Dies ergab eine rückblickende Studie aus dem Jahr 2007 in der Fachzeitschrift PNAS.

Vergleicht man die Entwicklung von Philadelphia und St. Louis, zeigt sich eine sehr große Ähnlichkeit mit den Kurven, die während der Corona-Krise unter dem Schlagwort „Flatten the Curve“ bekannt wurden.

Was schließen wir heute daraus für uns? (Global Citzen, 06.02.2020)

Unter anderem wurden Pandemiepläne entwickelt, die an den jeweiligen Virus angepasst werden. Außerdem gibt es bereits entwickelte Tests und Grundlagen für Impfstoffe. Denn seit der SARS-Epidemie 2003 ist klar, dass sich jederzeit ein neues, modifiziertes Virus entwickeln kann. So steht es auch in einer Risikoanalyse der Bundesregierung von 2012, die bereits seit Anfang März in Deutschland greift:

„Die antiepidemischen Maßnahmen beginnen, nachdem zehn Patienten in Deutschland an der Infektion verstorben sind. Die Anordnung der Maßnahmen geschieht in den Regionen zuerst, in denen sich Fälle ereignen.“

Die internationale Zusammenarbeit ist wichtig, um neuen Krankheitsausbrüchen voraus zu sein und sie nachhaltig zu besiegen. Genauso wie die Investitionen in bessere Gesundheitssysteme überall auf der Welt, die die stärkste Maßnahme gegen solche Ausbrüche darstellen.

Dazu gehören ebenfalls die Fortschritte in der Medizin, Impfstoffe, Behandlungen und Praktiken. Am wichtigsten ist aber die ausreichende Anzahl von angemessen ausgebildetem medizinischem Personal, gut ausgestatteten Krankenhäusern und effiziente Liefer- und Beschaffungssysteme.

Wie funktioniert die medizinische Forschung nach einem Impfstoff? (vfa, 07.04.2020)

Gegen SARS-CoV-2, das erst seit etwa Neujahr bekannt ist, sind in kurzer Zeit mindestens 68 Impfstoffprojekte angelaufen: Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt derzeit 62 (Aufstellung vom 04.04.2020). Dazu kommen noch sechs weitere Projekte, die die WHO noch nicht verzeichnet.

Bis vor wenigen Jahren hätte man für das Durchlaufen aller Etappen zur Entwicklung eines Impfstoffes 15 bis 20 Jahre angesetzt.

Neue Technologien beschleunigen diese Vorgänge enorm. Die Erfahrung mit anderen Corona-Viren, wie SARS, hilft zudem bei der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen. Seiner Zeit wurde bereits versucht, einen Impfstoff zu entwickeln. Da der Erreger SARS aber verschwand, wurden diese Forschungen nicht zu Ende gebracht.

Wie schnell mit Impfkampagnen begonnen werden kann, hängt nicht nur von der Geschwindigkeit von Entwicklung, Erprobung und Zulassung der Impfstoffe ab, sondern auch von den Produktionskapazitäten. Gut wenn dann möglichst viele Impfstoffe aus den unterschiedlichen Projekten die Zulassung erreichen.

Die Inhalte dieses Textes wurden zusammengestellt auf Basis von Informationen vom Stand vom 21.04.2020.

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Wie konnte es passieren, dass sich die Lage des Coronavirus so drastisch verändert hat?

Zu Beginn des neuartigen Coronavirus wurde die Lage in Deutschland ziemlich unterschätzt. Heute steht die Welt fast still. Wir erklären Ihnen, wieso dieses Virus so unterschätzt wurde.

Wir klären außerdem die Fragen:

- Welche Maßnahmen hatte unsere Bundesregierung bereits vor der Ausbreitung des Virus geplant?

- Welche vergleichbaren Pandemien gab es bereits?